Alles eine Frage der Perspektive. Die Normal-, Frosch- und Vogelperspektive

Kunst und Kultur

Auf die Perspektive kommt es an. Kleine Künstler und Künstlerinnen betrachten die Welt von unten und von oben, machen Bilder, verkleiden sich und können sowohl riesengroß als auch klitzeklein sein. Wie? Einfach ausprobieren!

Was wird gemacht? Die Kinder lernen unterschiedliche Perspektiven kennen und probieren sich als Fotografen
Materialien: 1 Tablet (je nach Kinderzahl), ein Sessel oder Podest, Drucker, Verkleidungsmaterialien, optional: Kinderschminke
Altersempfehlung: 5–6 Jahre
Sozialform: bis zu 5 Kinder

Zielsetzung

  • Experimentierfreude und Kreativität anregen
  • Kennenlernen und Benennen verschiedener Perspektiven sowie deren Wirkung
  • Den kreativen Prozess als kommunikativen Prozess erleben
  • Umgang mit dem eigenen Bild
  • Erfahrung und Sicherheit im Umgang mit einer Kamera sammeln
  • Freude am spielerischen Umgang mit Medien

Durchführung

Besprechen Sie mit den Kindern zunächst das Vorhaben, Bilder aus unterschiedlichen Perspektiven aufzunehmen. Probieren Sie die Bewegungen, die dazu notwendig sind, vorab aus:

  • für die Frosch-Perspektive machen sich die Kinder klein wie ein Frosch und betrachten ihr Motiv von unten.
  • für die Normalperspektive stehen die Kinder aufrecht und fokussieren das Motiv auf Augenhöhe.
  • für die Vogelperspektive benötigen Sie einen Sessel oder ein Podest, von dem die Kinder auf ihr Motiv herabblicken können wie ein Vogel.

Ein Kind – das „Kamerakind“ – wird mit einem Tablet ausgestattet, auf dem die Fotografie-App bereits geöffnet ist. Ein zweites Kind wird nun aus diesen unterschiedlichen Perspektiven, mit unterschiedlichen Gesichtsausdrücken, fotografiert. Anschließend wird gewechselt.

Begleiten können Sie die Aktivitäten der Kinder durch Sätze wie „Schau nur, wie groß du bist“ oder „Du bist ja winzig klein da unten.“

In einem nächsten Schritt wird die Verkleidungskiste geöffnet. Die Kinder dürfen sich nun nach Herzenslust verkleiden (wenn Zeit ist, können sie auch geschminkt werden); vielleicht befindet sich ja auch ein Spiegel in der Nähe? Jedes Kind, das eine passende Verkleidung gefunden hat, wird aus den drei unterschiedlichen Perspektiven porträtiert. Siehe da: Plötzlich gibt es kleine und große Prinzen, riesige Löwinnen und klitzekleine Feen!

Bitte denken Sie daran, die Meinung des Kindes zu respektieren. Wenn ein Kind beispielsweise möchte, dass ein Foto gelöscht wird, weil es ihm nicht gefällt oder es sich damit nicht wohlfühlt, kommen Sie seinem Wunsch nach. Das „Recht am eigenen Bild“ gilt auch für Kinder!

Im Anschuss werden die Bilder gemeinsam mit den Kindern nochmals angesehen, sortiert, gedruckt und besprochen: „Welches Bild von dir gefällt dir besonders gut, welches Bild von anderen?“ „Welches Kostüm findest du besonders schön?“ „Welche Perspektive findest du am Lustigsten, welche Perspektive passt deiner Meinung nach am Besten zu welchem Bild?“

Um die Bilder längerfristig zugänglich zu machen können sie beispielsweise wie in einer Galerie präsentiert werden oder auch auf unterschiedlicher Höhe, an unterschiedlichen Plätzen im Kindergarten verteilt werden, denn auch hier gilt: Alles eine Frage der Perspektive!