Praxisberichte

Ein erster Bericht aus der Praxis

In den letzten Wochen waren wir viel unterwegs: digi4under6 ist im Kindergarten angekommen! Interaktive Bilderbücher wurden vorgelesen, Medien – Rucksäcke ausgepackt, es wurde fotografiert, gefilmt und vor allem: gespielt. Die Erfahrungen sind insgesamt positiv, es gibt viel Interesse vonseiten der PädagogInnen, die Kinder haben Vergnügen am Tun mit den Medien und berichten von ihren vielfältigen Erfahrungen und auch die Eltern haben das Projekt gut aufgenommen.

Unsere Erfahrungen

Die wohl wichtigste Erfahrung, die wir von den ersten Besuchen mitnehmen ist, dass die Arbeit mit digitalen Medien in relativ kleine Gruppen stattfinden sollte, da die Kinder im Umgang, im Selbst-Tun mit Medien viel Begleitung brauchen. Da dauert es schon mal eine Weile, bis ein Foto geknipst oder ein Interview geführt ist… Da wir Wert darauf legen, die Kinder in ihrer Selbststätigkeit zu unterstützen, sind kleine Gruppen notwendig, da es ansonsten zu Unruhe unter den anwesenden Kindern kommen würde.

Ein zweiter ganz zentraler Punkt ist aus unserer Sicht die spielerische Gestaltung und Aufbereitung der medienpädagogischen Aktivitäten. Damit die Technik nicht isoliert und „kühl“, sondern wirklich integrativ im Elementarbereich eingesetzt werden kann, haben wir unsere Angebote von Besuch zu Besuch immer spielerischer aufbereitet, denn so unterstützen wir kindliches Lernen und den Kompetenzerwerb am Besten. Nur so macht die Nutzung digitaler Medien in pädagogischen Einrichtungen Sinn.

Immer wieder wurde vonseiten der Kinder der Wunsch an uns formuliert, digitale „Spiele zu spielen“, denn das ist zumeist das, was die Kinder gut kennen und können. Zum Teil hatten wir kleine Spielaktivitäten von vornherein in unserer Planung vorgesehen – manche Bilderbuch-Apps z.B. bieten spielerische Elemente, die die Kinder ausprobieren konnten. Ja, auch digitales „Spiele spielen“ ist gut und macht Spaß- es muss ja nicht gleich ein Autorennen oder Prinzessinnen-Verkleiden sein. So gibt es z.B. den „Obstgarten“ von Haba, ein kooperatives Brettspiel, das sowohl am Brett als auch auf einem Tablet gespielt werden kann, das werden wir bald ausprobieren, um auf die Wünsche der Kinder zu reagieren. Wichtig dabei bleibt, dass solche (Lern-)Spiele im Rahmen pädagogischer Aktivitäten als Ergänzung und nicht als Ersatz des klassischen Spieleangebotes eingesetzt werden.

Auch von ersten Erfahrungen mit dem Roboter Dash können wir berichten: Den Kindern gefällt er aufgrund seines sympathischen Designs und der vielen Features sehr gut. Vor allem die Töne und Geräusche, die der kleine Roboter macht, bereiten ihnen viel Vergnügen- und damit lässt sich auch sehr gut pädagogisch arbeiten.

Und die Technik? Die hat bislang (fast) einwandfrei funktioniert, wenngleich es einiger Vorbereitung (aufladen, jeweils mit den richtigen Apps versehen,…) und Überlegungen (Sound an/aus, welches Format eignet sich zum anschließenden Drucken am besten u.v.m.) bedarf. Zu einem besonderen Liebling hat sich der „Book-Creator“ entwickelt, denn diese App funktioniert sehr einfach und bietet unzählige Möglichkeiten für den kreativen Einsatz im Elementarbereich.

Warum also nur „fast“? Da der Markt für digitale Anwendungen äußerst dynamisch ist, ist nicht immer Verlass darauf, dass Apps auch wirklich zur Verfügung stehen, da sie bspw. nicht mehr aktualisiert werden und die Nachfolge-Apps (so es sie gibt) nicht unbedingt die gleichen Funktionen erfüllen – was insofern schade ist, als es aus diesem Grund wenige Erfahrungen im medienpädagogischen Bereich gibt, auf die man zurückgreifen könnte. Aber genau dafür sind unsere Testungen der Methoden-Baukästen da: Um eine weitere Grundlage für den Erfahrungsaustausch und die Adaption für die Praxis zu schaffen.

Julia Hahn und Hannah Winkler – Erfahrungen aus der Praxis während der Testphase der Methodenbaukästen